Ehrung für engagierte Bürger

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Koblenzer Bürgerpreis 2011 an vier Preisträger durch Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann Göttig und den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Koblenz, Matthias Nester, verliehen


Koblenz. Seit 2004 wird der Bürgerpreis von der Sparkasse Koblenz zusammen mit der Kreissparkasse Mayen, der Stadt Koblenz und dem Landkreis Mayen-Koblenz ausgeschrieben. In diesem Jahr konnten sich zum Schwerpunktthema „Bildung! Gleiche Chancen für alle“ Einzelpersonen genau so bewerben wie Vereine, Initiativen oder auch Unternehmen der Stadt, die anderen in ihrer Freizeit helfen, ihre persönlichen Stärken zu erkennen und zu entfalten. Das Preisgeld von 4.000 Euro teilen sich in diesem Jahr vier Preisträger: Die „Koblenzer Bürgerstiftung“ mit ihrem Lernpatenprojekt, der Verein „Maus Mobil“, der Verein „Lesen und Buch“ mit seinem Projekt „Literatur der Region“. Der Ehrenpreis ging an den Unternehmer Martin Görlitz, der damit für das Wirken seiner Stiftung ausgezeichnet wurde.

Engagement für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit

Die Überreichung der Sieger-Urkunden übernahmen im „Schöffenstübchen“ am Florinsmarkt kürzlich zwei der vier Jury-Angehörigen: Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Koblenz, Matthias Nester. Der Oberbürgermeister erklärte, welche Kriterien für die Jury, der außerdem Landrat Dr. Alexander Saftig und Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Schaaf angehörten, ausschlaggebend für ihre Wahl waren. Das seien zum einen die Originalität und Dauer der Projekte, aber auch die Kontinuität mit der sie betrieben werden. Es wurde danach geschaut, wie groß der Vorbildcharakter und wie hoch die Wirkung des Engagements sei. Matthias Nester, der am 1. September Manfred Graulich als Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Koblenz ablösen wird, hielt vor der Preisverleihung die Begrüßungsansprache, gratulierte den Preisträgern und dankte für ihr ehrenamtliches Engagement. Der gebürtige Franke, der erst seit Mai dieses Jahres seine Zelte in Koblenz aufgeschlagen hat, scheint sich offenbar schon gut mit unserer Stadt am Deutschen Eck arrangiert zu haben. „Unsere Stadt, unser Koblenz“ sagte er, als er die Bedeutung des Ehrenamts für die Stadt herausstellte. Die Preisträger gehörten zu denjenigen, die die Dinge, die ihnen am Herzen liegen, selbst in die Hand nähmen, indem sie sich in Koblenz für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit engagierten. Dass sich auch die Sparkasse im kulturellen und sozialen Bereich engagiert, sich ihrer Verantwortung für die Region und die Menschen stellt, sei schon seit über zweihundert Jahren ein Teil der Unternehmensphilosophie.


Vor dem Schöffenstübchen präsentieren ihre Bürgerpreis-Urkunden (v.l.)
Eckehard Volquartz, Kathleen Benekenstein, Dr. Helga Arend und Martin Görlitz

Den Preis für ihr ehrenamtliches Engagement nahm aus den Händen des Oberbürgermeisters als erstes Kathleen Benekenstein als Geschäftsführerin der „Koblenzer Bürgerstiftung“ entgegen. Prof. Dr. Hofmann-Göttig ist selbst Vorstandsmitglied der Stiftung und hat das noch junge „Lernpaten“-Projekt „Keiner darf verloren gehen“, das auf Empfehlung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums nun auch in Koblenz umgesetzt wird, seit seinem Start aufmerksam verfolgt. Zur Leistungsverbesserung stehen dabei Grundschülern mit besonderem Betreuungsbedarf Lernpaten an mindestens zwei Stunden der Woche als Vertrauensperson zur Verfügung, die ihnen Alltagshilfen und Fördertipps geben wollen. Das Angebot kann in diesem Schuljahr bereits an zwölf Schulen realisiert werden. Der Vorsitzende des Vereins „Maus Mobil Koblenz e.V.“, Eckhard Volquartz, durfte als zweiter die Siegerurkunde entgegennehmen. Der Oberbürgermeister gab an, dass ihn das Vereinsprojekt besonders anspräche, da er doch in wenigen Wochen selbst der Zielgruppe des Vereins angehören werde, Senioren im Alter ab sechzig Jahren. Aber wer die Homepage des Oberbürgermeisters kennt, weiß, dass er nicht erst an die „Onlinewelt“ herangeführt werden muss, was für viele seiner Altersgenossen jedoch ein wirklicher Bedarf ist. Mitglieder des Vereins, alles Senioren, haben diese Lücke erkannt und unterweisen Interessierte, die den Anschluss nicht verpassen wollen, die erkannt haben, welche Vorteile ihnen die Nutzung eines PCs bringen kann, in die hohe Kunst der Computeranwendung. Dabei richten sie sich stets nach den individuellen Wünschen ihrer Schüler, passen die Unterrichtsgeschwindigkeit ihren Bedürfnissen an. Für den dritten Preisträger, den Verein „Lesen und Buch“ nahm die Vorsitzende, Dr. Helga Arend, den Preis entgegen. In Anbetracht der Buchverkaufszahlen, meinte Prof. Dr. Hofmann-Göttig, komme zumindest das Kaufen der Bücher offenbar nicht aus der Mode, ob sie in diesem Umfang auch gelesen würden, vermöge er jedoch nicht zu sagen. Die Leselust der Bevölkerung steigern, das Lesen zu einer kommunikativen Freizeitbeschäftigung machen, das wollen die „Freunde der Stadtbibliothek Koblenz“ mit ihrem Projekt „Literatur der Region“. Sie stellen Geschichten vor, die „vor der eigenen Haustür“ spielen, die von Autoren geschrieben wurden, die in der Region zu Hause sind. Als letztes wurde Martin Görlitz mit dem Ehrenpreis geehrt. Seine seit 1995 bestehende Stiftung engagiert sich vielseitig im Bereich Jugend, Umwelt, Energie und Technik, sie fördert Projekte zeitgemäßer Energieerzeugung und -nutzung, Projekte, wie zum Beispiel den „Solarboot-Cup“, die der Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher Technologien dienen. In der „Jugendwerkstatt“ der Stiftung können Jugendliche technisches Verständnis erlernen und die Zusammenhänge von Energie und Umweltthemen verstehen lernen. Dieses Projekt wurde sogar von der UNESCO ausgezeichnet.


Für die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis nimmt Martin Götz (Mitte)
die Glückwünsche von Matthias Nester (l.) und
Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig entgegen.

Alle Preisträger dürfen nun darauf hoffen, auch beim Bundeswettbewerb, zu dem sie gemeldet werden, auf dem Treppchen zu stehen und vielleicht mit dem „Deutschen Bürgerpreis“ ausgezeichnet zu werden. "- BSB -"